Was braucht es, damit ein Bauwerk entstehen kann? Dieser einfachen Frage und ihren vielfältigen Antworten gehen wir in dieser Vorlesung nach. Im Sinne einer Abfolge werden zunächst die planerischen Mittel vorgestellt, derer sich die Konstrukteure bedienen, um die Idee des künftigen Bauwerks zu materialisieren. Der Entwurf definiert die Elemente eines Baues mit Gründung und Sockel, Wand und Öffnung, Decke und Dach. Diese baulichen Elemente bedürfen wiederum der Konkretisierung in bestimmten Materialien und Konstruktionsweisen. Bauen und Konstruieren mit traditionellen Werkstoffen, wie Lehm, Holz oder Stein mit modernen Materialien wie Eisen, Stahlbeton oder Glas werden dabei mit ausgewählten historischen und zeitgenössischen Beispielen vorgestellt. In einem abschließenden Abschnitt der Vorlesung sollen brisante Fragestellungen der Gegenwart vor dem Hintergrund des Klimawandels thematisiert werden. Die erhebliche Umweltbelastung durch Bauprozesse, die Themen "recycle, reuse, reduce" sollen anhand aktueller Trends in der Architektur der Gegenwart beleuchtet werden.
Die vier Kapitel der Vorlesung:
- 1 Konstrukteure und ihre Planungswerkzeuge
- 2 Elemente des Bauwerks
- 3 Materialien und Konstruktionsweisen
- 4 Bauen und Konstruieren vor dem Hintergrund des Klimawandels

Die konkrete Wohnsituation gibt uns meist sehr unmittelbar Auskunft über die Lebensumstände und den gesellschaftlichen Status einer Person. Zwischen einer Behausung mit dem Zweck vor den Unbilden der Natur zu schützen und dem Wohnhaus als Mittel der Repräsentation, spannt sich die Vielfalt des Themas Wohnen auf. In der Vorlesung werden Wohnen und Wohnbau dennoch weniger als soziales, ökonomisches oder historisches, sondern als typologisches Phänomen betrachtet. Wir untersuchen, wie mittels charakteristischer baulicher Elemente Wohnräume gestaltet werden. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie sich Erschließungstypen, Wohnungsgrundrisse und die Gestaltung von Freiräumen auf das Zusammenleben auswirken.
Nach einem einleitenden Überblick über die Bedingungen der Wohnungsproduktion und historischer Wohnformen, gleichsam von der Urhütte bis zum Geschoßwohnbau, untersuchen wir anhand zeitgenössischer Beispiele zentrale Elemente des gegenwärtigen Wohnbaus. Geplant ist weiters, dass an einem Termin die Gelegenheit zu einem Dialog mit einem Wohnbauarchitekt*en zu aktuellen Fragestellungen des Wohnbaus angeboten wird.

Architektur als Projekt. Visionäres und Ungebautes in der Geschichte der Architektur.

Architekturgeschichte wird im Allgemeinen anhand gebauter Objekte dargestellt. Aus den Bauwerken sprechen vermeintlich die Schöpfer, wie auch die Epochen, in denen jene entstanden unmittelbar zu uns. Die Geschichte der Architektur ist aus dieser Perspektive mehr oder minder die Verknüpfung von Objekten auf einer linearen Zeitachse an deren Beginn Bauten, wie die Pyramiden von Gizeh und an deren oberen Ende die Hochausbauten der Gegenwart stehen. Eine solche Betonung des faktisch Gebauten läuft Gefahr, die Rolle des Ungebauten in der Entwicklung der Architektur zu unterschätzen. Im Projekt stellt sich Architektur als Möglichkeitsform dar, als Vision, die die Potenziale eines Orts auslotet. Projekte, die niemals umgesetzt wurden, erzählen uns in diesem Sinne nicht weniger, sondern etwas anderes, als dies die gebauten Objekte, die diesem Ort realiter bestimmen, tun. Im Scheitern an realen Widerständen, seien sie nun technischer, finanzieller oder politischer Natur, bildet sich eine Geschichte ab, die uns wie ein Kommentar zur Realität erscheint.
In der Vorlesung werden einleitend einschlägige Begriffe (Utopie, Vision, Projekt etc.) erläutert sowie ausgewählte historische Beispiele vorgestellt. Schwerpunkte bilden utopisch-visionäre Konzepte im 20. Jahrhundert und Projekte in der Stadt Salzburg, die niemals realisiert wurden bilden.